Abbruch
Den Abbruch kalkulierst du nach Augenmaß, bezahlt wird nach Tonne. Dazwischen steht die Waage am Tor der Deponie — und die hat recht.
Wie abgerechnet wird
Der Abbruch läuft in Kubikmetern umbauten Raums oder in Quadratmetern Fläche, der selektive Rückbau nach Stück und Metern, Abfuhr und Entsorgung in Tonnen, Container nach Stück und Standtagen, Gerät nach Tagen oder Stunden. Die Tonne ist hier eine Abrechnungseinheit und keine Schätzung — das Programm kennt sie genauso wie den Quadratmeter, also sieht die Position auf der Rechnung aus wie der Wiegeschein. Die Sicherung der Nachbarobjekte und das Berieseln sind eigene Positionen und keine Selbstverständlichkeit. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Objekt für Objekt ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt.
Was auf dem Papier verschwindet
Verloren geht die Differenz zwischen Schätzung und Waage. Die Wand, die nach zwanzig Tonnen aussah, wiegt dreißig — und diese zehn Tonnen zahlst du, wenn im Vertrag ein Pauschalpreis ohne Abrechnung nach Gewicht steht. Verloren geht die Trennung: gemischter Abfall kostet auf der Deponie ein Vielfaches des sortierten, und Sortieren sind Lohnstunden, die niemand gerechnet hat. Verloren gehen Containerstandzeiten, die Anfahrt des Geräts und die Tage, an denen du auf die Abholung wartest. Und verloren geht, was du im Inneren findest — altes Dämmmaterial kann die ganze Baustelle bis zur Untersuchung anhalten.
Rechne selbst nach
Nimm den letzten Abbruch. Zähl die Tonnen von den Wiegescheinen zusammen und vergleich sie mit dem, was du ins Angebot geschrieben hast. Dann rechne, wie viele Fuhren als gemischter und wie viele als sortierter Abfall gingen, und multipliziere die Preisdifferenz mit den Tonnen. Nimm die Containerstandtage dazu. Mal der Zahl der Abbrüche im Jahr — das ist der Betrag, den du mit dem Schutt weggeworfen hast.
Fünf Minuten am Tag
Den Wiegeschein jeder Fuhre noch am selben Tag eingetragen — sonst bleibt am Ende des Auftrags ein Stapel Zettel, und niemand weiß, welcher wozu gehört. Ein Foto vor Beginn: der Zustand der Nachbargebäude, der Zäune und der Flächen, über die das Gerät fahren wird. Dieses Foto ist so viel wert, wie die gerissene Wand des Nachbarn kostet, die man dir anlasten wird. Abends: Stunden, Container, Tonnen.
Was das Programm für dich im Blick behält
Entsorgungsbelege und Fotos liegen am Auftrag, zusammen mit Stunden und Kosten — nicht im Ordner im Auto. Arbeitest du für eine Baufirma, setzt das Programm die Steuerschuldnerschaft nach §13b und achtet auf die §48b-Bescheinigung, ohne die dein Auftraggeber fünfzehn Prozent einbehalten muss. Es achtet auf die Abschlagsrechnungen, denn Container und Deponie zahlst du laufend, der Kunde zahlt am Ende. Zusätzliche Arbeiten — und beim Abbruch sind sie die Regel, weil niemand weiß, was drinsteckt, bevor er anfängt — führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum. Dieses Datum wiegt hier schwerer als irgendwo sonst.
Zum Jahresende
Die Entsorgung ist der größte Kostenposten des Jahres, gleich nach den Leuten. Tonnen, Container, Gerätemiete, Stunden, Kilometer — alles an den Aufträgen erfasst. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — der am selben Tag eingetragene Wiegeschein ist das Einzige, was deine Kalkulation verteidigt.

