Maler
Der Kunde schaut auf die letzte Schicht und zahlt für sie. Drei Viertel deiner Arbeit liegen darunter und sind auch aus der Nähe nicht zu sehen.
Wie wird abgerechnet
Wände und Decken gehen in Quadratmetern, Leisten und Profile in laufenden Metern, Türen und Fenster nach Stück, das Abdecken des Raumes pauschal. Die Untergrundvorbereitung ist eine eigene Position — kein Anhängsel zum Streichen. Jede Position hat ihre eigene Einheit, also zeigt das Angebot, wofür der Kunde wirklich zahlt. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Wand für Wand und Decke für Decke ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt. Öffnungen zieht das Programm nicht ab, das bleibt bei dir.
Was auf dem Papier verloren geht
Es gehen keine Meter verloren — es geht die Arbeit verloren, die man nicht sieht. Spachteln, Grundieren, Fenster und Steckdosen abkleben machen ein Drittel bis fast die Hälfte der Kosten je Quadratmeter aus und verschwinden im Angebot meist im Wort „streichen". Eine glatte Wand sind etwa zwanzig Minuten je Quadratmeter, eine Wand zum Sanieren bis zu fünfundvierzig — dieselbe Fläche auf dem Papier, doppelt so viel von deiner Zeit. Dazu das Aufmaß: nach VOB/C werden Öffnungen bis 2,5 m² nicht abgezogen, größere schon. Wer das nicht weiß, verschenkt Meter oder streitet nachher darüber.
Rechne selbst, was es kostet
Nimm die letzte Wohnung und zähl die Stunden für die Vorbereitung getrennt von denen fürs Streichen. Dann schau nach, wie viele der ersten als eigene Position im Angebot standen. Die Differenz mal deinen Stundensatz, mal die Zahl der Wohnungen im Jahr. Das ist kein Materialverlust — das sind Stunden, die du gearbeitet und verschenkt hast.
Fünf Minuten am Tag
Bevor du die Folie ausrollst: ein Foto der Wand, wie du sie vorgefunden hast. Abends: deine Stunden und die deiner Leute, das Material auf diesen Auftrag gebucht. Das Foto von vorher bleibt am Auftrag und ist auch dann noch da, wenn der Kunde nach einem Monat behauptet, die Risse seien von dir.
Worauf das Programm für dich achtet
Das Programm hält Angebot, Auftrag, Stunden und Fotos an einem Ort, also entsteht die Rechnung aus dem, was du wirklich gemacht hast, und nicht aus dem Gedächtnis. Es achtet auf die Gewährleistung — bei Arbeiten nach VOB/B rechnet es sie ab der Abnahme. Es achtet auf die Umkehr der Steuerschuld nach §13b, wenn du für einen anderen Baubetrieb streichst, und auf die Rechnungsfrist: bei Arbeiten an einem Grundstück hast du sechs Monate, auch beim Privatkunden.
Zum Jahresende
Sechzig Prozent deiner Kunden sind Privatleute, also besteht die Jahresabrechnung aus Hunderten kleiner Posten. Sie sind alle schon gerechnet: Umsatz, Material, Stunden, Kilometer. Du schaust auf eine fertige Zahl, statt sie im Januar aus Belegen zusammenzusetzen.
Der Schlüssel ist, die Daten regelmäßig einzutragen...

