Boden
Den Boden verlegst du auf fremder Arbeit. Ist der Untergrund schlecht und du meldest das nicht vor Beginn an, haftest du dafür wie für deine eigene.
Wie abgerechnet wird
Der Belag läuft in Quadratmetern, Sockelleisten und Profile in laufenden Metern, Schienen und Matten nach Stück, der Ausbau des alten Belags in Quadratmetern, die Entsorgung getrennt. Die Untergrundvorbereitung — Schleifen, Spachteln, Grundieren — sind eigene Positionen und nichts, was „nebenbei" läuft. Das Material hat seinen eigenen Preis und seine eigene Lieferzeit, Parkett dazu die Tage der Akklimatisierung im Raum, die sich nicht abkürzen lassen. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Raum für Raum ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt.
Was auf dem Papier verschwindet
Verloren geht die Prüfung des Untergrunds. Restfeuchte des Estrichs, Ebenheit, Risse, Staub hinter anderen Kolonnen — das zu prüfen ist deine Pflicht, bevor die erste Diele liegt. Beim Vertrag nach VOB/B meldest du Bedenken schriftlich und vor Beginn an; wer das versäumt, haftet für den Fehler eines anderen. Verloren geht auch die Vorbereitung: Schleifen, Spachteln, Grundieren, Möbelrücken, Zuschnitt an Schrägen. Und verloren gehen die Tage der Akklimatisierung — die stehen im Kalender, nicht im Angebot.
Rechne selbst nach
Nimm die letzte Wohnung. Zähl die Stunden, die draufgingen, um den Untergrund überhaupt verlegereif zu machen — Schleifen, Spachteln, Saugen hinter anderen. Sieh nach, wie viel davon im Angebot stand. Mal deinen Stundensatz und mal der Zahl der Wohnungen im Jahr. Das ist Arbeit, die du für einen anderen gemacht hast und die dir niemand bezahlt hat.
Fünf Minuten am Tag
Die Feuchtemessung mit Datum, bevor du anfängst. Ein Foto des Untergrunds — darauf sind Risse, Feuchte, Kleberreste und der Zustand zu sehen, den die Kolonne vor dir hinterlassen hat. Abends: Stunden, verbrauchtes Material, Verschnitt. Wenn in zwei Jahren die Diele arbeitet, lautet die Frage immer gleich: wie hoch war die Feuchte am Verlegetag. Mit Messung und Foto antwortest du in einer Minute; ohne sie antwortest du aus der eigenen Tasche.
Was das Programm für dich im Blick behält
Arbeitest du für eine Baufirma, setzt das Programm die Steuerschuldnerschaft nach §13b und achtet auf die §48b-Bescheinigung — ohne sie muss dein Auftraggeber fünfzehn Prozent einbehalten. Material, das du auf den Auftrag ausgibst, geht aus dem Lager ab und in die Kosten dieses Auftrags ein, also siehst du, was du an dieser Wohnung verdient hast und nicht am ganzen Monat. Es achtet auf die Gewährleistungsfristen — beim Vertrag nach VOB/B lässt es weniger als vier Jahre nicht zu, beim BGB-Werkvertrag weniger als fünf. Zusätzliche Arbeiten führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum.
Zum Jahresende
Das Material ist hier der größte Posten und am leichtesten zu verlieren: Reste, Verschnitt, Rückgaben an den Großhandel. Alles an den Aufträgen erfasst, samt Stunden und Kilometern. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — eine Feuchtemessung mit Datum ist billiger als ein einziger zweimal verlegter Boden.

