Fenster
Ein Fenster wird nach Maß gebaut, also gehört das Aufmaß zur Arbeit und nicht zur Vorbereitung. Eine falsch gemessene Öffnung ist ein Verlust, den du nicht zurückholst — ein Fenster nimmt niemand zurück.
Wie abgerechnet wird
Fenster und Türen zählst du nach Stück, aber jedes Stück hat sein Maß und seinen Preis — zwei Fenster mit demselben Namen können sich um die Hälfte unterscheiden. Die Montage läuft nach Stück oder nach Stunden, der Ausbau der alten Elemente nach Stück, die Entsorgung getrennt, Innen- und Außenfensterbänke in laufenden Metern, Bänder und Abdichtungen in laufenden Metern. Die Hebebühne in oberen Geschossen ist eine eigene Position. Auch die Fahrt zum Aufmaß ist eine Position: ein eigener Tag, eine eigene Anfahrt und eine eigene Stunde — auf der Rechnung bleibt davon meist keine Spur. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Öffnung für Öffnung ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt.
Was auf dem Papier verschwindet
Verloren geht das Aufmaß. Du fährst hin, misst, fährst zurück — und diese Fahrt steht nirgends. Verloren geht die Art der Montage: eine dreischichtige Abdichtung kostet anders als Schaum mit Silikon, und steht im Angebot nur das Wort „Montage", erwartet der Kunde das erste und du hast das zweite gerechnet. Verloren geht die Arbeit nach der Montage — Putz, Anstrich, Laibungen: die Frage „wer macht das" gehört vor die Bestellung, nicht danach. Und verloren gehen die Termine: ein Fenster nach Maß läuft schon mal sechs Wochen, und du zahlst dem Hersteller die Anzahlung lange bevor der Kunde dich bezahlt.
Rechne selbst nach
Nimm die letzten zehn Aufträge. Zähl die Fahrten zum Aufmaß und die zweiten Fahrten wegen Nacharbeiten — die, die aus dem Aufmaß kamen oder aus einer Lieferung, die nicht passte. Mal den Kosten eines Tages mit Fahrzeug. Nimm ein Fenster im Jahr dazu, das im falschen Maß kam und in der Halle stehen blieb. Die Summe ist größer, als sie aussieht, weil jede dieser Fahrten für sich wie eine Kleinigkeit wirkt.
Fünf Minuten am Tag
Die Maße gleich an der Öffnung eingetragen, nicht aus dem Kopf im Auto. Ein Foto der Öffnung vor der Montage — darauf sind der Zustand des Mauerwerks, die Laibungstiefe und das zu sehen, was der Maurer hinterlassen hat. Ein zweites Foto nach dem Abdichten, bevor der Putzer kommt: die Schichten verschwinden unter der Laibung und lassen sich nie wieder zeigen. Abends: Stunden, Lieferungen, der Tag der Hebebühne.
Was das Programm für dich im Blick behält
Anzahlungen: bei Fenstern geht das Geld Wochen vor dem Eingang beim Kunden an den Hersteller raus — Abschlagsrechnungen sind hier keine Bequemlichkeit, sondern die Bedingung dafür, dass du flüssig bleibst, und in der Schlussrechnung müssen sie auf den Euro genau abgezogen werden. Arbeitest du für eine Baufirma, setzt das Programm die Steuerschuldnerschaft nach §13b und achtet auf die §48b-Bescheinigung. Material, das auf einen bestimmten Auftrag bestellt ist, steht an diesem Auftrag, also weißt du, was auf die Montage wartet und was schon raus ist. Es achtet auf die Gewährleistungsfristen — beim Vertrag nach VOB/B lässt es weniger als vier Jahre nicht zu, beim BGB-Werkvertrag weniger als fünf. Zusätzliche Arbeiten führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum.
Zum Jahresende
Fenster sind das teuerste Material, das durch deine Hände geht, und die Anzahlungen an den Hersteller und die vom Kunden müssen zusammenpassen. Beides ist an den Aufträgen erfasst, samt Montagestunden und Kilometern. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — an der Öffnung notierte Maße kosten eine Minute, ein falsches Maß kostet das ganze Fenster.

