Gerüstbau
Ein Gerüst stellst du an einem Tag auf, verdienen tut es über Wochen. Der Rest der Baustelle sieht darin Gerät, das einfach steht — und genau diese Tage sind dein Umsatz.
Wie abgerechnet wird
Auf- und Abbau laufen in Quadratmetern Fassadenfläche, die Standzeit getrennt — je Woche oder je Tag, gerechnet ab der Grundstandzeit im Vertrag. Transport und Anfahrt sind eigene Positionen, ebenso Verankerung, Schutzdächer, Netze und Planen, Treppentürme und Ladebühnen. Ein Umsetzen auf Wunsch einer anderen Kolonne ist eine eigene Leistung und kein Gefallen. Im Angebot müssen zwei Zahlen stehen: die Grundstandzeit und der Satz für jede weitere Woche — ohne die zweite beginnt das Gespräch über die Verlängerung bei null. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Fassade für Fassade ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt.
Was auf dem Papier verschwindet
Verloren geht die Verlängerung. Der Termin verschiebt sich, weil der Putzer nicht fertig wurde, und das Gerüst steht drei Wochen länger — hat das niemand schriftlich angezeigt, heißt es bei der Schlussrechnung, „das war doch im Preis". Verloren geht das Umsetzen: jemand bittet, den Treppenturm zu versetzen oder einen Anker zu lösen, und die Kolonne macht das sofort. Verloren geht die Kontrolle: nach der Übergabe wird am Gerüst von anderen geändert — ein Geländer abgenommen, ein Belag herausgenommen — und die Verantwortung fällt auf dich zurück, wenn du nicht festgehalten hast, in welchem Zustand du es übergeben hast.
Rechne selbst nach
Nimm die letzten drei Baustellen. Sieh dir Aufbau- und Abbaudatum an, zähl die Wochen und zieh die Grundstandzeit aus dem Vertrag ab. Den Überhang mal deinem Wochensatz. Dann sieh nach, wie viele dieser Wochen wirklich auf der Rechnung gelandet sind. Die Differenz ist der sauberste Umsatz, den es gibt — das Gerät stand ohnehin, niemand hat daran gearbeitet.
Fünf Minuten am Tag
Aufbau- und Abbaudatum noch am selben Tag eingetragen, nicht aus dem Kopf am Monatsende. Ein Foto nach der Montage: Geländer, Beläge, Anker, Kennzeichnung. Jede Verlängerung sofort angezeigt, und sei es mit einem Satz — das Datum der Anzeige wiegt hier schwerer als ihr Inhalt. Abends: Stunden, Transport, Umsetzungen.
Was das Programm für dich im Blick behält
Beim Gerüst verläuft steuerlich eine dünne Grenze: das bloße Überlassen des Geräts ist nicht dasselbe wie Auf- und Abbau, und davon hängt ab, ob du mit Steuerschuldnerschaft nach §13b oder mit Umsatzsteuer abrechnest. Das Programm lässt dich das je Rechnung einstellen und merkt sich, wie du einen bestimmten Auftraggeber abrechnest — steckt aber in einem Auftrag beides, Montage und reine Vermietung, frag bei der ersten solchen Rechnung deinen Steuerberater. Es achtet auf die §48b-Bescheinigung, auf Abschlagsrechnungen bei langen Standzeiten und auf die Gewährleistungsfristen. Zusätzliche Leistungen — auch Umsetzungen — führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum.
Zum Jahresende
Dein Vermögen ist Gerät, das bei Kunden steht, und dein Umsatz sind Wochen. Beides ist an den Aufträgen erfasst, samt Transport, Stunden und Kilometern. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — Aufbau- und Abbaudatum am selben Tag eingetragen sind deine ganze Rechnung.

