Estrich
Estrich rechnest du in Quadratmetern ab, kosten tut er in Kubikmetern. Zwischen beiden Zahlen steht die Dicke — und genau dort verschwindet das Geld.
Wie abgerechnet wird
Estrich läuft in Quadratmetern bei angegebener Dicke, Dämmung und Folie ebenfalls in Quadratmetern, Rand- und Dehnfugenstreifen in laufenden Metern, Grundierung in Quadratmetern, Schleifen und Fräsen getrennt. Das Pumpen von der Straße und die Standzeit der Pumpe sind eigene Positionen und kein Zuschlag auf den Meterpreis. Die Dicke gehört neben die Quadratmeter ins Angebot — ohne sie bedeutet dieselbe Position zwei verschiedene Dinge. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Raum für Raum ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt.
Was auf dem Papier verschwindet
Verloren geht die Differenz zwischen der Dicke im Angebot und der, die du wirklich eingebaut hast. Der Untergrund ist selten eben: bei fünf Millimetern Gefälle über die ganze Wohnung wächst der Verbrauch um mehrere Kubikmeter, und die Quadratmeter auf der Rechnung bleiben dieselben. Verloren geht auch die Trocknungszeit — Estrich trocknet wochenlang, du hältst in dieser Zeit die Baustelle im Auge, fährst hin und rechnest das niemandem. Und verloren geht die Feuchtemessung vor dem Belag: fehlt das Protokoll mit Datum und löst sich der Boden später, haftest du.
Rechne selbst nach
Nimm den letzten Estrich. Sieh im Angebot nach, welche Dicke dort steht, und rechne daraus die Kubikmeter. Dann rechne nach den Lieferscheinen, wie viel Material wirklich draufging. Die Differenz mal dem Materialpreis, dazu die Stunden fürs Ausgleichen des Untergrunds. Mal der Zahl der Wohnungen im Jahr. Das ist der Betrag, der in keinem Angebot steht, weil ihn niemand gemessen hat.
Fünf Minuten am Tag
Ein Foto des Untergrunds vor dem Einbau — darauf sind Folie, Dämmung, Heizrohre und Fugen zu sehen. Die Dicke an mehreren Stellen gemessen und noch am selben Tag eingetragen. Das Feuchteprotokoll mit Datum, bevor der Bodenleger kommt. Abends: Stunden, Materiallieferungen, der Pumpentag. Wenn in einem Jahr jemand fragt, warum der Boden arbeitet, liegt alles an einer Stelle und hat ein Datum.
Was das Programm für dich im Blick behält
Arbeitest du für eine Baufirma, setzt das Programm die Steuerschuldnerschaft nach §13b und achtet auf die §48b-Bescheinigung — ohne sie muss dein Auftraggeber fünfzehn Prozent einbehalten. Es achtet auf die Abschlagsrechnungen, denn das Material kaufst du vor dem Einbau. Es achtet auf die Gewährleistungsfristen — beim Vertrag nach VOB/B lässt es weniger als vier Jahre nicht zu, beim BGB-Werkvertrag weniger als fünf. Beim Estrich wiegt das schwerer als anderswo: Reklamationen kommen nach Jahren, wenn der Boden längst liegt. Zusätzliche Arbeiten führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum.
Zum Jahresende
Zement, Anhydrit, Dämmung, Pumpen- und Mischermiete, Lohnstunden, Kilometer — alles an den Aufträgen erfasst. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen, und Rechnungen mit Steuerschuldnerschaft landen von selbst in den richtigen Feldern.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — die an mehreren Stellen gemessene Dicke und das Feuchteprotokoll mit Datum schützen dich besser als das beste Programm.

