Garten
Das Pflaster kannst du am Tag der Verlegung abnehmen, die Pflanzen nimmt erst das nächste Frühjahr ab. Das ist das einzige Gewerk, in dem die Arbeit ein Jahr nach der Rechnung endet.
Wie abgerechnet wird
Pflaster und Platten laufen in Quadratmetern, Einfassungen und Bordsteine in laufenden Metern, Aushub, Tragschicht und Bodenabfuhr in Kubikmetern, Rasen in Quadratmetern, Pflanzen und Bäume nach Stück, Zaun in laufenden Metern, Pfosten und Tore nach Stück. Die Tragschicht hat eine Dicke, und die Dicke hat einen Preis — genau wie beim Estrich, und genauso leicht vergisst man sie im Angebot. Die Pflege nach der Übergabe ist eine eigene Position mit eigenem Zeitraum und kein guter Wille. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Fläche für Fläche ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt.
Was auf dem Papier verschwindet
Verloren geht der Boden. Aus der Grube kommt immer mehr heraus, als die Zeichnung hergibt, und abgefahren wird nach Kubikmeter und nach Fuhre. Verloren geht das Wetter: nach zwei Regentagen kommst du mit dem Gerät nicht auf den Platz, der Termin läuft trotzdem. Verloren geht die Pflege: Gießen, Schnitt und Nacharbeiten in der Zeit, in der die Pflanze anwachsen soll — das sind Monate an Fahrten nach Abschluss des Auftrags. Und verloren geht die Grenze der Verantwortung: hat der Kunde nicht gegossen und der Strauch ist eingegangen, pflanzt du ohne Übergabeprotokoll mit Pflegehinweisen ein zweites Mal auf eigene Kosten.
Rechne selbst nach
Nimm den letzten größeren Auftrag. Vergleich die Kubikmeter Boden aus dem Angebot mit der Zahl der Fuhren, die wirklich rausgefahren sind. Nimm die Fahrten zur Pflege und die Nacharbeiten nach dem Winter dazu — zähl sie und sieh nach, ob sie im Angebot als Position mit Zeitraum standen. Mal der Zahl solcher Gärten im Jahr. Das ist kein Verlust am Pflaster, sondern an allem, was nach der Abnahme passiert.
Fünf Minuten am Tag
Ein Foto der Tragschicht vor dem Verlegen — danach prüft niemand mehr, wie viel davon eingebaut und wie sie verdichtet wurde. Ein Foto der Pflanzung am Tag der Übergabe: es zeigt, in welchem Zustand die Pflanze deine Hände verlassen hat. Abends: Stunden, Abfuhren, verbrauchtes Material. Bei der Übergabe ein Blatt mit Pflegehinweisen — genau das entscheidet später, auf wessen Seite die Schuld liegt.
Was das Programm für dich im Blick behält
Im Garten- und Landschaftsbau verläuft die steuerliche Grenze fein: Erdarbeiten, Pflasterung und Zäune sind etwas anderes als das reine Pflanzen und Pflegen, und davon hängt ab, ob du bei einem Auftrag für eine Baufirma mit Steuerschuldnerschaft nach §13b abrechnest. Das Programm lässt dich das je Rechnung einstellen — bei der ersten gemischten frag deinen Steuerberater. Es achtet auf die §48b-Bescheinigung, auf Abschlagsrechnungen und auf die Fristen: Pflegezeitraum und Gewährleistungsfrist hält es am Auftrag, also musst du nicht im Kopf haben, bis wann du für einen gepflanzten Baum geradestehst. Zusätzliche Arbeiten führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum.
Zum Jahresende
Pflaster, Boden, Pflanzen, Abfuhr, Gerätemiete, Lohnstunden, Kilometer — alles an den Aufträgen erfasst. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen.
Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — ein Foto der Tragschicht und ein Blatt mit Pflegehinweisen bei der Übergabe kosten fünf Minuten und schützen dich ein ganzes Jahr.

