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Stuckateur

Putz trägst du in ein paar Tagen auf, das Gerüst steht wochenlang. Bezahlt wird jeder Tag — auch der, an dem das Wetter dich nicht an die Wand gelassen hat.

Wie abgerechnet wird

Innen- und Außenputz laufen in Quadratmetern, Kanten, Leisten und Profile in laufenden Metern, Gesimse und Stuck nach Stück oder in laufenden Metern, Gewebe und Grundierung in Quadratmetern. Das Gerüst ist eine eigene Position — Aufbau, Standtage und Abbau getrennt, kein Zuschlag auf den Meterpreis. Wie Öffnungen gerechnet werden, gehört ins Angebot, bevor jemand an die Wand geht: das ist eine der wenigen Sachen, um die der Streit erst bei der Schlussrechnung ausbricht. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Wand für Wand und Fassade für Fassade ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt. Öffnungen zieht das Programm nicht ab, das bleibt bei dir.

Was auf dem Papier verschwindet

Verloren geht das Wetter. Außenputz trägst du weder bei Frost noch in praller Sonne auf die heiße Wand auf — und das Gerüst steht und zählt Tage, ob du arbeitest oder nicht. Verloren geht die Untergrundvorbereitung: losen Putz abschlagen, grundieren, Gewebe an den Materialübergängen, Ausbesserungen hinter Elektriker und Installateur. Verloren geht der Schutz: Folie an den Fenstern, Abdecken der Böden, Aufräumen hinter sich. Jede dieser Sachen ist auf der Baustelle selbstverständlich und im Angebot unsichtbar, in dem ein einziges Wort steht: „verputzen".

Rechne selbst nach

Nimm die letzte Fassade. Zähl die Tage, die das Gerüst stand, und zieh die ab, an denen ihr wirklich gearbeitet habt. Den Rest mal der Tagesmiete — diese Zahl kennst du auf den Euro. Nimm die Stunden für die Untergrundvorbereitung dazu, die im Angebot fehlten. Mal der Zahl der Fassaden im Jahr. So viel kostet eine Position, die niemand eingetragen hat, weil „das doch im Preis drin ist".

Fünf Minuten am Tag

Ein Foto der Wand vor dem Verputzen — darauf sind der Zustand des Untergrunds, das Gewebe, die Materialübergänge und die Stellen zu sehen, die andere Kolonnen hinterlassen haben. Abends: Stunden, verbrauchtes Material, der Gerüsttag. Wenn ein halbes Jahr später ein Riss auftaucht und jemand fragt, ob der Untergrund vorbereitet war, antwortet das Foto mit Datum für dich. Es wirkt auch andersherum: hat die Kolonne vor dir Dreck hinterlassen, hast du ihn auf dem Bild, bevor du ihn zudeckst.

Was das Programm für dich im Blick behält

Arbeitest du für eine Baufirma, setzt das Programm die Steuerschuldnerschaft nach §13b und achtet auf die §48b-Bescheinigung — ohne sie muss dein Auftraggeber fünfzehn Prozent einbehalten. Es achtet auf die Abschlagsrechnungen: bei einer Fassade über Wochen halten sie dich flüssig. Es achtet auf die Gewährleistungsfristen — beim Vertrag nach VOB/B lässt es weniger als vier Jahre nicht zu, beim BGB-Werkvertrag weniger als fünf. Zusätzliche Arbeiten führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum — beim Putz kommen sie besonders oft dazu, weil die Wände nie so aussehen wie auf der Zeichnung.

Zum Jahresende

Material, Gerüstmiete, Lohnstunden, Kilometer — alles an den Aufträgen erfasst. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen, und Rechnungen mit Steuerschuldnerschaft landen von selbst in den richtigen Feldern.

Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — laufend notierte Gerüsttage zeigen, was die Fassade wirklich gekostet hat.