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Abdichtung

Eine Abdichtung lässt sich nicht von oben nachbessern. Zeigt sich nach drei Jahren Feuchte im Keller, muss jemand die Wand freilegen — die Frage ist nur, wer das bezahlt.

Wie abgerechnet wird

Vertikale und horizontale Abdichtung laufen in Quadratmetern, Bänder und Hohlkehlen in laufenden Metern, Rohrdurchführungen nach Stück, Drainage in laufenden Metern, Noppenbahn in Quadratmetern. Aushub und Verfüllung gehen in Kubikmetern, wenn sie in deinem Umfang liegen. Jede Schicht ist eine eigene Position, denn jede hat ihr eigenes Material und ihre eigene Zeit — und eine Abdichtung besteht immer aus mehreren Schichten, nie aus einer. Flächen und Kubaturen rechnest du im Programm selbst aus: du gibst die Maße Wand für Wand und Zone für Zone ein, benennst jede Messung auf deine Art, und die Summe wandert als fertige Position samt Aufstellung ins Angebot — man sieht, woher die Zahl kommt.

Was auf dem Papier verschwindet

Verloren geht die Trocknungszeit. Eine Schicht muss trocken sein, bevor die nächste kommt, und der Kunde will die Grube am liebsten schon gestern verfüllen — diese Tage sind kein Stillstand, sondern Technologie, und sie gehören in den Terminplan. Verloren geht die Vorbereitung: Grundierung, Hohlkehlen in den Ecken, Ausgleich des Mauerwerks hinter dem Maurer. Verloren gehen die Rohrdurchführungen — die häufigste undichte Stelle, zu der im Angebot meist kein Wort steht. Und verloren geht das Risiko der offenen Baugrube: ein kräftiger Regen wirft die Arbeit um eine Woche zurück.

Rechne selbst nach

Nimm den letzten Keller. Zähl die Tage von der ersten Schicht bis zum Verfüllen und zieh die ab, an denen ihr wirklich gearbeitet habt — der Rest ist technologische Zeit, in der du die Baustelle im Auge behalten hast und hingefahren bist, und die dir niemand bezahlt hat. Nimm die Rohrdurchführungen dazu: zähl sie und sieh nach, ob sie im Angebot als Position standen. Mal der Zahl solcher Arbeiten im Jahr.

Fünf Minuten am Tag

Ein Foto jeder Schicht, bevor die nächste kommt, und ein eigenes Foto jeder Rohrdurchführung. Nur so lässt sich Jahre später zeigen, dass die Wand richtig abgedichtet wurde — den Beweis holt niemand aus dem Erdreich. Abends: Stunden, verbrauchtes Material, das Wetter des Tages. Bei der Abdichtung ist die Notiz zum Wetter keine Laune: Bitumen hat seine Bedingungen, und im Streit entscheiden genau die.

Was das Programm für dich im Blick behält

Die Gewährleistungsfristen sind hier die wichtigsten der ganzen Arbeit, weil die Mängel von allen Gewerken am spätesten auftauchen — beim Vertrag nach VOB/B lässt das Programm weniger als vier Jahre nicht zu, beim BGB-Werkvertrag weniger als fünf, und es hält die Daten am Auftrag statt in deinem Kopf. Arbeitest du für eine Baufirma, setzt es die Steuerschuldnerschaft nach §13b und achtet auf die §48b-Bescheinigung. Material, das du auf den Auftrag ausgibst, steht an diesem Auftrag — bei der Abdichtung zählt das, weil der Verbrauch je Quadratmeter im technischen Datenblatt steht und bei einer Reklamation nachgerechnet wird. Zusätzliche Arbeiten führt es als Nachtrag mit Ankündigungsdatum.

Zum Jahresende

Material, Gerätemiete, Stunden, Kilometer — alles an den Aufträgen erfasst. Die Jahresrechnung und die Umsatzsteuer-Voranmeldung lesen fertige Zahlen, und Rechnungen mit Steuerschuldnerschaft landen von selbst in den richtigen Feldern.

Entscheidend ist die Regelmäßigkeit der Eingaben — ein Foto jeder Schicht ist billiger als ein einziges freigelegtes Fundament.